Der von hier

Was haben die Fidschi-Inseln mit Bonn zu tun? Vom 6. bis 17. November 2017 sehr viel, denn Bonn richtete für Fidschi die 23. Weltklimakonferenz aus. Fidschis Präsidentschaft ist vor allem deshalb so wichtig, weil der Inselstaat in seiner Existenz bedroht ist: Der Anstieg des Meeresspiegels raubt den Bewohnern mehr und mehr Lebensraum. Ärmere Inselentwicklungsstaaten leiden ganz besonders unter der Erderwärmung und es gilt auch darauf aufmerksam zu machen, dass der Klimawandel mittlerweile eine der Hauptursachen für Flucht und Migration ist. Und so gab es neben der „Bonn Zone“ auch die zwei „Bula Zonen“ („Bula“ bedeutet „Hallo“ auf Fidschi). Für mich ist die Konferenz auch immer eine gute Gelegenheit, Menschen zu treffen, die einen anderen Blick auf die Dinge haben als ich und so meine Arbeit bereichern. Mittlerweile eine Tradition auf der Weltklimakonferenz ist der „Klimazeugenabend“: Menschen aus besonders betroffenen Regionen berichten, wie ihr Leben durch den Klimawandel verändert wurde. Ich saß dieses Mal gemeinsam mit zwei Damen aus Fidschi und den Philippinen und einem Herrn aus Tuvalu am Tisch. Besonders im Gedächtnis blieb etwas, das die Dame aus Fidschi berichtete. Der Anstieg des Meeresspiegels klingt doch immer sehr abstrakt. Auf Fidschis Inseln bedeutet das aber, dass mittlerweile ganze Dörfer umgesiedelt werden müssen. Ich hatte auch die Gelegenheit mich mit der Botschafterin der Republik Cabo Verde auszutauschen und mit Tanja Gönner zu sprechen, der Vorstandssprecherin der GIZ.

Schon 2015 in Paris war ich dabei, als die Staaten sich einigten und den weltweiten Klimavertrag verabschiedeten. Damals waren die Erleichterung und die Hoffnung groß. Worum geht es also bei der diesjährigen Konferenz? In Bonn geht es in den Verhandlungen nun darum, die technischen Details in die Richtung „unter 2 Grad“ auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Die diesjährige Konferenz wird auch zeigen, wie die US-amerikanische Delegation nach dem angekündigten Ausstieg aus dem Klimavertrag agiert. Dazu kann zunächst einmal gesagt werden, dass einzelne Bundesstaaten, allen voran Kalifornien, zum Teil sehr motiviert sind. Im Gedächtnis blieb mir die Rede des kalifornischen Gouverneurs Jerry Brown bei der gemeinsamen Veranstaltung Baden-Württembergs mit Kalifornien. „Signing a piece of paper is nice, but getting the stuff done is better”, so Jerry Brown und Recht hat er! Die Arbeit geht jetzt erst los!

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