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Am Donnerstag, den 07. Dezember 2017 war ich bei der Konrad-Adenauer-Stiftung zu Gast, um zwei Jahre nach dem historischen Klimaabkommen von Paris vom 12. Dezember 2015 über die konkrete und überprüfbare Umsetzung des Abkommens zu sprechen. Mit dem Abkommen haben sich fast alle Staaten der Erde verpflichtet, nationale Maßnahmen zum Klimaschutz zu ergreifen, um die künftige Erderwärmung unter 2 Grad zu halten.

Damit dies gelingt muss der Bedeutung von Land – und Forstwirtschaft – unter sich rasch verändernden Bedingungen – bei der CO2 Speicherung, Emissionsminderung und Energieerzeugung noch stärker Rechnung getragen werden. In Freiburg werden dazu wesentliche Beiträge in der Grundlagenforschung und praktischen Anwendung geleistet, die sowohl national wie global relevant sind. Aus diesem Grund komplettierten die Experten Stephan Schindele, Projekt Manager für Agrophotovoltaik beim Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und Dr. Gerald Kändler von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg das Podium.

Nach einer Einführung durch den Leiter des Regionalbüros Südbaden des Politischen Bildungsforums Baden-Württemberg, Herrn Thomas Wolf, berichtete ich über den aktuellen Stand der Umsetzung des Pariser Abkommens und den internationalen Beitrag Deutschlands zu einer nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft, die dem Klimaschutz dient. Dabei war es mir wichtig, den Gesamtzusammenhang aufzuzeigen und die hohe Expertise Deutschlands in den verschiedensten Bereichen darzulegen. Denn es gilt: Klimaschutz darf man nicht nur im lokalen Kontext begreifen. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit muss Deutschland im Sinne einer globalen Nachhaltigkeitsstrategie andere Länder unterstützen und für den Klimaschutz sensibilisieren.

Ebenfalls berichtete ich über die möglicherweise noch in diesem Jahr zu Ende gehenden Trilogverhandlungen des Europäischen Parlaments, der Kommission sowie des Rates in den drei großen Bereichen des Zertifikatehandels, der Lastenteilung (dem sogenannten Effort Sharing) sowie der wichtigen, aber in der öffentlichen Debatte oft zu kurz kommenden, Land- und Forstwirtschaft.

Aus diesem Grund war ich auch überaus dankbar, dass Herr Dr. Kändler seine Expertise im Bereich des globalen Kohlenstoffkreislaufs sowie dessen Austauschvorgänge in die Veranstaltung miteinbrachte. Denn mit Blick auf die Speicherung von Kohlenstoff, stellen die Wälder als größte Kohlenstoffspeicher in der Landbiosphäre, neben der Atmosphäre, den Ozeanen und den fossilen Brennstoffreserven, eine wichtige Säule dar. Anschließend zeigte Dr. Kändler die perspektiven der Holznutzung auf, referierte über die Veränderung der Zusammensetzung der Wälder und mahnte die Risiken für den Waldbestand auf Grund des Klimawandels an.

Von der Forst- ging es dann zur Landwirtschaft. Stephan Schindele gab einen Überblick über die Ausbauziele der Erneuerbaren Energien in Deutschland. Aus Sicht der Flächennutzung wurde dabei deutlich, dass zur Zielerreichung weitere Flächenversiegelungen notwendig sein werden – beispielsweise für Windkraftanlagen. Eine ressourceneffiziente Landnutzung ist also zukünftig von großer Bedeutung. Hier kommt die Landwirtschaft und genauer die Agrophotovoltaik als Lösungsansatz ins Spiel, welche eine technische Lösung zur optimierten Nutzung der begrenzten Ressource Land darstellt, bei der eine gleichzeitige Landnutzung sowohl für die Produktion von Energie als auch von Nahrung möglich ist. Herr Schindele berichtete dabei vom Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in der Modellregion Bodensee-Oberschwaben.

Im Anschluss an die Redebeiträge entwickelte sich unter Einbeziehung der Zuhörer eine fachliche Diskussion, bei der vor allem die entwicklungspolitische Notwendigkeit des Klimaschutzes diskutiert wurde.

Die Veranstaltung stand in einer Reihe mit der Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung Südbaden mit dem Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joachim Schellnhuber, im Januar 2016 in Freiburg, bei der direkt nach der Verabschiedung über das Pariser Klimaabkommen diskutiert wurde.

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