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Vor 100 Jahren: Wahl zur verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung

Einführung des Frauenwahlrechts in der Weimarer Republik

Mit der Verordnung über die Wahlen zur verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung (Reichswahlgesetz) vom 30. November 1918 erfüllte sich die Forderung nach einem Frauenwahlrecht. Die gesetzliche Grundlage für das aktive und passive Wahlrecht für Frauen wurde geschaffen. Dort heißt es in Paragraf 2: „Wahlberechtigt sind alle deutschen Männer und Frauen, die am Wahltag das 20. Lebensjahr vollendet haben.“ Und in Paragraf 5: „Wählbar sind alle Wahlberechtigten, die am Wahltag seit mindestens einem Jahre Deutsche sind.“

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, dem Zusammenbruch des deutschen Kaiserreiches und der Ausrufung der Weimarer Republik hatte der Rat der Volksbeauftragten am 12. November 1918 in einem „Aufruf an das deutsche Volk“ sein Regierungsprogramm vorgestellt, und das neue Wahlrecht angekündigt: „Alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften sind fortan nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht auf Grund des proportionalen Wahlsystems für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen.”

Wahl zur Weimarer Nationalversammlung

Nach dem neuen demokratischen Wahlrecht reichsweit wählen und gewählt werden konnten die Frauen zum ersten Mal bei der Wahl zur verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung (Weimarer Nationalversammlung) am 19. Januar 1919. Das neue Wahlgesetz ermöglichte durch die Herabsetzung des Wahlalters von 25 auf 20 Jahre nicht nur Frauen, sondern auch vielen männlichen Erstwählern die Stimmabgabe.

Etwa 82 Prozent der Wahlberechtigten Frauen und Männer gingen zur Wahl. 37 Frauen zogen ins Parlament ein. Insgesamt waren 310 Frauen als Kandidatinnen auf den Listen aller Parteien aufgestellt worden. Da die Frauen meist jedoch nur auf den hinteren Listenplätzen platziert worden waren, errangen lediglich 37 von ihnen ein Abgeordnetenmandat. Der Frauenanteil lag bei 8,7 Prozent. Bis zum Ende der Legislaturperiode der Nationalversammlung rückten noch weitere vier Frauen nach, sodass sich am Ende unter den insgesamt 423 Abgeordneten 41 Parlamentarierinnen befanden.

Erinnerung an die Wahl zur verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung

Am 19. Januar 2019 laden die CDU-Bundestagsabgeordneten Matern von Marschall (Freiburg) und Peter Weiß (Emmendingen-Lahr) in Erinnerung an die Wahl zur verfassungsgebenden Weimarer Nationalversammlung zu einem Besuch der Grabstätten von Constantin Fehrenbach und Joseph Wirth auf dem Freiburger Hauptfriedhof ein.

Beide Zentrumspolitiker waren Mitglieder der Nationalversammlung und später Reichskanzler der Weimarer Republik.

Treffpunkt: Samstag, 19. Januar, 11:00 Uhr am Haupteingang des Hauptfriedhofs Freiburg.

Eine Anmeldung beim Wahlkreisbüro Matern von Marschall, Tel.: 0761/600 671 41 oder per E-Mail an matern.vonmarschall@bundestag.de wird erbeten.

 

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