Der von hier

Grundlage für Paris

Wir haben in Lima wichtige Voraussetzungen für ein neues, weltweites Klimaschutzabkommen geschaffen. Dies soll Ende 2015 in Paris beschlossen werden und 2020 in Kraft treten. Während das bisherige Kyoto-Protokoll nur wenige Staaten und damit nur einen kleinen Teil der globalen Emissionen umfasst, sollen sich in Paris möglichst viele Länder – jedes nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten – zum Klimaschutz verpflichten. Dazu haben sich in Lima die Staaten bekannt und sie müssen nun in den nächsten Monaten darlegen, welche Ziele sie haben und wie die Umsetzung erfolgen soll. Dies ist der gemeinsame Nenner und zugleich eine wichtige Grundlage für Paris, auf die wir uns in Lima geeinigt haben.

Kompromisse in den Verhandlungen

In den Verhandlungen haben die EU und Deutschland ihr Bestes gegeben. Wir zählen global zur Gruppe der „Frontrunner“ im Kampf gegen den Klimawandel. Von daher hätten wir uns weitergehende und detailliertere Verpflichtungen bereits in Lima vorstellen können. Um aber möglichst viele Länder – und damit einen Großteil aller CO2-Emittenden – in ein Boot zu bekommen, sind Kompromisse notwendig, zumal in den Vereinten Nationen das Prinzip der Einstimmigkeit gilt.

Bei aller Kritik sind UN-Klimakonferenzen unverzichtbare Foren, in denen die Staaten ihre jeweils ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten darlegen und somit die Basis für ein besseres gegenseitiges Verständnis und Vertrauen aufbauen können. In Lima wurde klar, dass nur alle Staaten gemeinsam im Kampf gegen den Klimawandel erfolgreich sein können. Dabei ist das zentrale Ziel: die durchschnittliche Erwärmung der Erde darf nicht mehr als zwei Grad steigen, um das Schlimmste noch zu verhindern. Das bedeutet: der Ausstoß von CO2-Emissionen muss bis zur Jahrhundertmitte weitestgehend reduziert werden. Der Klimawandel betrifft uns alle, und gerade die schwächsten Länder haben schon jetzt große Mühe, sich den Schäden durch Anpassung entgegenzustemmen. Auch hier sind wir gefordert.

Forschung als Schlüssel zum Erfolg

Der Klimawandel wird letztlich aber nicht durch internationale Vereinbarungen gestoppt, sondern durch Projekte internationaler Zusammenarbeit und durch Entwicklung und Verbreitung sauberer Technologien. Hier sind Innovationen und Investitionen in Forschung der entscheidende Schlüssel.

Unser großes Potential in Deutschland liegt darin, administratives Know-how und Technologien zu exportieren, um andere Staaten beim Kampf gegen den Klimawandel zu stärken. Wir müssen deshalb auch weiterhin bei der Entwicklung von Innovationen im globalen Wettbewerb die Nase vorn haben. Der Schutz des Weltklimas wird also nicht nur politisch durch Verträge vorangetrieben, sondern gerade durch einen offenen Wettbewerb um die besten und saubersten Technologien.