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Der Freiburger CDU-Bundestagsabgeordnete Matern von Marschall hat im Rahmen des Forums Merzhausen der CDU-Hexental mit Bedauern auf das Ergebnis des britischen Referendums für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union reagiert. „Das Ergebnis ist zweifellos ein Einschnitt in den europäischen Integrations- und Einigungsprozess.“ Von Marschall kritisierte in diesem Zusammenhang den britischen Premierminister, der mit seiner eurokritischen Politik wesentlich zur Entfremdung der britischen Bevölkerung von der Europäischen Union beigetragen und fahrlässig den Austritt seines Landes aus der EU aufgrund eines innerparteilichen Manövers riskiert hat. „Wer über Jahre, die EU kritisiert und die Möglichkeit eines britischen Austritts als attraktive Alternative darstellt, kann nicht mit einer Pro-Europakampange innerhalb von sechs Wochen das Ruder rumreißen“, so von Marschall. Es müsse nun alles daran gesetzt werden, einen möglichen Dominoeffekt zu verhindern. Für von Marschall sind dabei zwei Aspekte entscheidend:

  1. „Jetzt gilt es, den Austrittsprozess Großbritanniens partnerschaftlich aber gleichzeitig zügig und konstruktiv voranzubringen und eine Hängepartie zu vermeiden, die einen Dominoeffekt begünstigen würde. Großbritannien bleibt auch nach dem Austritt mit der Europäischen Union eng verbunden. In Artikel 50 des Vertrags von Lissabon ist der Austritt eines Mitglieds aus der EU klar geregelt. Bis zum Verfahrensabschluss bleibt der austrittswillige Staat vollwertiges Mitglied der EU. Ein Rosinenpicken für Großbritannien im Zuge der Austrittverhandlungen oder eine „Mitgliedschaft light“ darf es aber nicht geben. In is in and out is out, wie es Wolfgang Schäuble treffend formuliert hat.
  2. Es muss eine Offensive in Richtung der Bürgerinnen und Bürger unternommen werden. Es muss daran erinnert werden, dass die Verdienste der Europäischen Union, wie Reisefreiheit, eine einheitliche Währung aber vor allem die Wahrung des innereuropäischen Friedens und Förderung der freundschaftlichen Beziehungen der Mitgliedsstaaten untereinander, nicht selbstverständlich sind. Es mag niemand bestreiten, dass die EU seine Strahlkraft als Friedensunion verloren hat. Es ist unsere Aufgabe, den Menschen die alltäglichen Vorteile der EU aufzuzeigen“, so von Marschall.

Darüber hinaus sei ein geschlossenes Auftreten der EU-Mitglieder nach außen erforderlich. Angesichts der großen Akteure wie die Vereinigten Staaten oder China, sei der einzelne europäische Nationalstaat wirtschaftlich kaum konkurrenzfähig, so der Abgeordnete. „Nur gemeinsam können die EU-Mitglieder die Lebensverhältnisse der Bürger in ihren Heimatländern verbessern“, erklärte von Marschall abschließend.