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Dr. Carsten Linnemann MdB, Chef der Mittelstandsvereinigung der CDU, stellte im Autohaus der Kollinger-Gruppe an der Bötzinger Straße auf Einladung des Regionalbüros Südbaden der Konrad-Adenauer-Stiftung gemeinsam mit dem Paderborner Journalisten Rüdiger Kache seine persönliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Politikverdrossenheit in Deutschland vor. Dabei bezog er sich auf sein beim Freiburger Herder Verlag erschienenes Buch „Die machen eh, was sie wollen – Wut, Frust, Unbehagen – Politik muss wieder besser werden“.

Gemeinsam mit dem Freiburger CDU-Bundestagsabgeordneten Matern von Marschall sprach Linnemann mit rund 100 Gästen über die Problematik der fortschreitenden Entfremdung von Politik und Bürgern. Linnemann nannte dabei die Euro- und Flüchtlingskrise, aber auch die Kosten der Energiewende als Beispiele für Politikfelder, bei denen der Bundestag fraktionsübergreifend  sehr ähnliche  Positionen bezogen habe: dadurch hätten sich viele Menschen, die hier andere Auffassungen vertreten, nicht in ihrer Sichtweise repräsentiert gefühlt. Sein Fazit war klar: „Mehr sichtbare inhaltliche Unterschiede zwischen den Parteien im Deutschen Bundestag sind nicht nur wünschenswert, sondern auch notwendig.“ Die CDU müsse als Volkspartei ihr eigenständiges Profil herausstellen und sich klar von der politischen Konkurrenz nach links und rechts abgrenzen. Dem stimmte von Marschall zu, betonte aber zugleich die Bedeutung des breiten Profils der Volkspartei CDU, die alle Wähler integrieren will, „durch eine entschlossene Sicherheitspolitik, eine kluge Sozialpolitik und eine beherzte Umwelt- und Klimapolitik.“

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Lösungsvorschläge, den Trend der Entfremdung umzukehren, sei ein „längerfristiges Denken und Handeln in der Politik, auch über die nächste Wahl hinaus“. Dieses Prinzip der Nachhaltigkeit sei insbesondere für den starken Mittelstand in Südbaden von entscheidender Bedeutung, erklärte von Marschall, der selbst als Hörbuch-Verleger mit den Herausforderungen eines mittelständischen Unternehmers bestens vertraut ist. „Wir müssen die mittelständischen Unternehmen entlasten, nicht belasten. Unternehmer sollten mehr Zeit für ihr Business haben und nicht die meiste Zeit mit Bürokratie verbringen; das wichtigste aber ist langfristige Planungssicherheit“, so Linnemann.

Nach den Verträgen nahmen sich beide Abgeordneten bei Snacks und kalten Getränken Zeit für Gespräche mit den Gästen.