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Europa-Krisenfest machen

Die Auftaktveranstaltung des 1. „Marschall-Forums“ zum Thema „Europa-Krisenfest machen“, war ein echter Publikumsmagnet. Gastgeber Autohaus Kollinger, in dessen Firmenräumen die Veranstaltung stattfand, musste Büromöbel herbeischaffen, um allen Gästen, darunter der vormalige Unirektor Wolfgang Jäger, Altregierungspräsident Nothelfer und die frühere Landtagsabgeordneten Cristina Kury, Sitzgelegenheiten zu bieten.

Herausforderungen

In seinem Eingangsstatement umriss Matern von Marschall die dringendsten Aufgaben künftiger Europapolitik: eine starke gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik im Verbund mit der NATO, gerade angesichts der Krise in der Ukraine und dem Terrorkrieg des IS im Irak; eine gemeinsame Energiepolitik mit durchgehenden Gas- und Stromnetzen in Europa gerade zum Transport erneuerbarer Energien; aktive Förderung der digitalen Wirtschaft, des Netzausbaus und der Datensicherheit; schließlich: Unnachgiebigkeit in Fragen der Haushaltskonsolidierung.

Lösungen und Antworten

Dies war dann auch das zentrale Thema, dem sich Lars Feld widmete, wobei der Direktor des Walter Eucken Instituts zunächst die erfolgreichen Anstrengungen der Programmländer Irland, Spanien, Portugal und auch Griechenland hervorhob. Kritisch sei dagegen die Entwicklung in Frankreich und besonders Italien, wo sich die Zahl mittelständischer Firmen über die Jahre drastisch reduziert habe. Feld machte deutlich, dass es weder für die Krise noch für ihre Lösung einfache oder pauschale Antworten gebe.

Freihandelsabkommen und Wettbewerb

Insgesamt konnten die Gäste ein differenziertes Bild der wirtschaftlichen Situation in Europa mit nach Hause nehmen und die Erkenntnis, dass eine Menge Anstrengungen auf den Weg gebracht worden sind, um Europa in Zukunft wieder in die Championsleague der Wirtschaftsräume zurückzubringen. Das geplante Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) sieht Feld dazu als unverzichtbaren Bestandteil.

Einig waren sich Feld und Marschall, dass sich Europa bei aller Sorgfalt in der Technikfolgenabschätzung bei innovativen Technologien oder Zukunftstechnologien nicht abhängen lassen darf. Insoweit ist auch eine Abschottung des europäischen Marktes weder verbraucherfreundlich noch zukunftsweisend. Von daher wäre ein Handelsabkommen mit den USA im Sinne einer Belebung des Wettbewerbs und Stärkung der Innovationskraft Europas wünschenswert und nicht nur als Gefahr zu betrachten.

Das war ein toller Auftakt zu Ihrer Veranstaltungsreihe ‚Marschall-Forum‘ „, so Professor Wolfgang Jäger zu Matern von Marschall nach der Veranstaltung.